

Eigentlich wollte ich die F63 gar nicht testen. Aber der Vergleich mit den Amprius SA112, dessen Test diesen Monat ebenfalls erschienen ist, hat mich neugierig gemacht. Der F63 von Vapcell liefert derzeit im 21700er Format die meiste Energie, zumindest laut Datenblatt. Die SA112 von Amprius sollen aber mehr Kapazität bieten, bei einer geringeren Spannungslage als es für Li-Ionen Akkus üblich ist.
Was liefern beide Modelle? Spannungslage, Kapazität und Energie im direkten Vergleich. Die Akkus (F63 und SA112) wurden mir für diesen Vergleichstest kostenlos von Convoylight zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.
| Herstellerangaben | Messung | |
|---|---|---|
| Modell: | F63 | - |
| Format: | 21700 | - |
| Kapazität (typisch): | 6250 mAh | - |
| Kapazität (min.): | 6050 mAh | - |
| CDR: | 12,5 A (Max. 70°C) | - |
| Nominelle Spannung: | 3,7 V | Max. 3,55 V @ 0,5A |
| Energie: | 23,1 Wh | 22,15 Wh |
| IR: | ≤ 16 mΩ | 14,3 mΩ |
| Gewicht: | Max. 74 g | 73,44 g |
| Maße: | 21,6 (±0,2) x 71,0 (±0,3) mm | 21,6 x 71,0 mm |




Allgemeiner Hinweis zu Temperaturen von High-Drain Akkus: Die meisten Modelle haben heutzutage keine CDR mehr (die Stromstärke, bei der die Temperaturen unbedenklich sind). Meistens wird in Datenblättern nur noch ein „Maximum Discharge“ angegeben, und fast immer mit einem Temperaturlimit. Die hier gezeigten Temperaturen sind die bei einem offenen Messaufbau. In Akkuträgern, im Rohr der Taschenlampe oder in einem Akkupack sind die Temperaturen deutlich höher. Ohne Temperaturüberwachung solltest du diese Akku nie dauerhaft mit sehr hohen Strömen belasten.
Bis zu 6236 mAh konnte ich messen, damit ist der Messwert sehr nah an den beworbenen 6250 mAh. Die Spannungslage der F63 ist allerdings etwas schlechter im Vergleich zum F60. Daraus resultierend ist die Energie die die F63 liefern bestenfalls 1,7% höher im Vergleich zum F60. Mehr als 4% wären aber ohnehin nicht zu erwarten gewesen, denn wenn der F60 genau 6000 mAh hat und die F63 genau 6250 mAh, sind das 4% mehr. Da die F60 im damaligen Test aber auf etwa 6100 mAh kamen und auch die etwas höhere Spannungslage bieten, schrumpfen die theoretischen 4% in der Praxis auf nur noch 1,7%.
Das ist ziemlich wenig, macht sich aber scheinbar auch im Preis bemerkbar. Ich habe mal geschaut welche Shops sowohl F60, als auch F63 anbieten. Zwei Shops habe ich gefunden und in beiden Shops ist der F63 günstiger als der F60. In dem Fall ist der F63 eine Überlegung wert.
Die SA112 haben mehr Kapazität, die F63 dafür eine höhere Spannungslage. Und im direkten Vergleich?


Welcher Akku ist aber nun der bessere? Diese Frage würde man als Leser sicherlich gerne beantwortet haben. Diese Frage kann ich aber nicht beantworten. Hast du eine Taschenlampe mit Linearregler und betreibst sie nicht nur im Turbo? Dann kann es sein, dass der Regler mit der niedrigeren Spannung der SA112 sogar recht effizient läuft und die Laufzeit entsprechend hoch ist. In anderen Anwendungsgebieten kann aber auch der F63 die bessere Wahl sein. Ich stelle euch nur die Messwerte der Akkus zur Verfügung, damit ihr wisst was ihr vom jeweiligen Modell erwarten dürft. Eine generelle Aussage, welches Modell immer besser ist, lässt sich hier nicht treffen.
Wenige Tage vor Veröffentlichung dieses Tests stand an dieser Stelle das Fazit. Und dann stolperte ich über einen neuen Akku: Vapcell F66. Abermals hängt Vapcell die Messlatte etwas höher. +350 mAh werden versprochen, die CDR bleibt bei 12,5A. Schaut man sich die Entladekurven an, die Vapcell selbst veröffentlicht, fällt auf, keine Messung kommt über 3,49V hinaus. Ist der F66 auch ein Akku mit Si-Anode?
Ich denke nicht. Nehme ich meine Werte und ergänze die von Vapcell …

… ist die Spannungslage der F66 da wo man sie erwarten würde für eine gewöhnliche Zellchemie. Die Spannungslage ist wieder etwas geringer als beim Vorgänger. Das war auch schon bei F60 vs. F63 so, und ist typischerweise immer der Fall, wenn man die Zelle nicht wesentlich verändert, nur noch etwas mehr Kapazität hineinquetscht.
Apropos Zelle: Welche Zelle Vapcell für den F66 einkauft, weiß ich natürlich nicht. Vapcell hält sich bei dem Thema generell sehr bedeckt. Mir ist aber in den letzten Jahre etwas aufgefallen und ich bin sicherlich nicht der einzige dem das aufgefallen ist:
Zugegebenen, einen kleinen Haken hat diese Theorie: Eine FEB Zelle die zum F63 passen würde, findet man nicht. Da Vapcell aber immer mal wieder behauptet, dass manche Zellen exklusiv für sie hergestellt werden, könnte das aber ganz gut ins Bild passen. Vielleicht fertigt FEB die Zelle für den F63 exklusiv für Vapcell und listet sie aus diesem Grund nicht auf der Webseite. Da es bisher auch keinen 21700er Akku mit 6250 mAh von anderen Rewrappern gibt, ist ein weiteres Indiz.
Sofern die 6600 mAh Zelle von FEB nicht exklusiv für Vapcell ist, dürfte es Akkus mit dieser Zelle demnächst auch von Keeppower, XTAR und Co. geben.
Im Schnitt konnte ich bis zu 6236 mAh bzw. 22,15 Wh messen. Die Spannungslage ist im direkten Vergleich zum F60 etwas geringer. Die CDR von 12,5A ist gut gewählt. 15A gehen aber auch, wenn man die Temperaturen im Auge behält. Bezüglich der Energie die gespeichert bzw. abgegeben werden kann, muss sich der F63 allerdings den SA112 von Amprius geschlagen geben.
Eine tabellarische Übersicht aller getesteten 3,6V Akkus findet ihr hier.
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