

Um nicht immer nur Vapcell, XTAR und Keeppower zu testen, habe ich mir Ende 2025 eine Liste erstellt was ich 2026 gerne auch mal testen möchte an Marken und Modellen. Molicel und Samsung findet man auch hierzulande und gelegentlich auch mal ein Modell von EVE. Aber Ampace, BAK, Reliance, Liitokala, DMEGC, Sinowatt oder Tenpower gibt es nur im Ausland.
Die hier getesteten Akkus kamen mit einigen Wochen Verzögerung an, für mich unproblematisch. Interessanter war allerdings die Rückmeldung des Händlers: Bestellungen in dieser Größenordnung (40 Akkus, ca. 200€ Warenwert, aufgeteilt auf zwei Bestellungen) scheinen dort eher unerwünscht zu sein.
Ich habe daher entschieden, den Händler künftig weder zu erwähnen noch zu verlinken – nicht, dass noch jemand auf die Idee kommt, ebenfalls „zu wenig“ zu bestellen. Stattdessen findest du am Ende dieses Reviews Shops, die sich auch über kleinere Bestellungen freuen.
| Herstellerangaben | Messung | |
|---|---|---|
| Modell: | INR21700-40PL | - |
| Format: | 21700 | - |
| Kapazität (typisch): | 4000 mAh | - |
| Kapazität (min.): | 3950 mAh | - |
| Maximum Discharge: | 70 A (with 80°C cut off) | - |
| Nominelle Spannung: | 3,6 V | Max. 3,68 V @ 0,5 A |
| Energie: | - | 14,66 Wh |
| IR: | ≤ 5 mΩ | 3,1 mΩ |
| Gewicht: | max 67 g | 64,46 g |
| Maße: | 21,15 x 70,15 mm | 21,1 x 70,2 mm |




Allgemeiner Hinweis zu Temperaturen von High-Drain Akkus: Die meisten Modelle haben heutzutage keine CDR mehr (die Stromstärke, bei der die Temperaturen unbedenklich sind). Meistens wird in Datenblättern nur noch ein „Maximum Discharge“ angegeben, und fast immer mit einem Temperaturlimit. Die hier gezeigten Temperaturen sind die bei einem offenen Messaufbau. In Akkuträgern, im Rohr der Taschenlampe oder in einem Akkupack sind die Temperaturen deutlich höher. Ohne Temperaturüberwachung solltest du diese Akku nie dauerhaft mit sehr hohen Strömen belasten.
Die EVE INR21700-40P sind schon gute Akkus und der ein oder andere hat sich vielleicht schon gefragt, warum sollte man 60% mehr für die 40PL bezahlen (aktueller Preisunterschied bei Nkon)? Natürlich erhält man nicht 60% mehr Kapazität oder Energie. Diese beiden Werte sind, bei sehr geringer Entladung nahezu identisch. Die 1,3% mehr Wh die die 40P erreichen, dürften auf Fertigungstoleranzen zurückzuführen sein. Würde ich jeweils 20 oder 50 Exemplare testen, würden auch diese 1,3% nahezu verschwinden.
Was macht die 40PL also besonders und teurer? Es ist das Tabless Design dieser Akkus. Der Strom wird nicht wie früher über einen sehr kleinen Streifen an die Pole geleitet, sondern über hunderte kleine Streifen. Das senkt den Innenwiderstand der Akkus nochmal deutlich. Durch den besseren Kontakt im Inneren, sind die Spannungen die die Akkus abgeben höher. Und dank des geringeren Innenwiderstands sind die Temperaturen auch deutlich geringer. Und insbesondere die Temperatur ist bei diesen Akkus heutzutage der limitierende Faktor. Früher hatten Akkus eine angegebene CDR (Constant Discharge Rate). Hat man die Akkus mit höheren Strömen belastet, ist ihre Spannung soweit eingebrochen, dass diese Ströme in der Praxis nicht wirklich nutzbar waren. Zu hohe Temperaturen waren früher nicht der Hauptgrund warum ein Akku „nur“ eine CDR von 10 oder 20A hatte.
Heute sind zu hohe Temperaturen bei High-Drain Akkus hingegen der limitierende Faktor. In Datenblättern findet man häufig keine Angabe mehr zu CDR. Genannt wird oft nur ein maximaler Entladestrom, so auch bei EVE. Diese Angabe ist heutzutage fast immer mit einem Temperaturlimit verbunden, als der Temperatur die die Akkus nicht überschreiten dürfen. Die Zellchemie könnte wahrscheinlich noch höhere Ströme liefern, wenn man die Akkus aktiv kühlt. Aber das ist wenig praxisnah. Mein offener Messaufbau ist schon wenig realistisch. Ein Akku wie der 40P oder 40PL stecken in einem Gehäuse. Sei es der Akkuträger der E-Zigarette oder das Batterierohr der Taschenlampe. Da wird von außen nicht gekühlt, da wird bestenfalls ein Hitzestau erzeugt und bei Taschenlampen die sehr hohe Ströme ziehen, wird die Abwärme der LED(s) schnell Richtung Akku geleitet was sie zusätzlich aufheizt.
40, 60 oder 80A maximale Entladerate sind wirklich beeindruckend. Aber da mir weder ein Alltags-Verbraucher einfällt der diese Last (dauerhaft) erzeugen kann, noch einer der die Temperatur der Akkus überwachen kann, sind das Werte die man messen kann, wenn man das passende Equipment hat. Einen echten Mehrwert in täglichen Anwendungen sehe ich nicht. Das die Akkutechnik sich in diesem Punkt so weit entwickelt hat, finde ich dennoch beeindruckend.
Und die beiden Modelle 40P und 40PL sind ideal um diesen Sprung die die Akkus dank Tabless Design gemacht haben einmal genauer zu untersuchen. Die Spannungslage ist beim 40PL bei zunehmenden Strömen immer besser:

Da die beiden Modelle etwa die gleiche Kapazität erreichen, ist die Energie die die 40PL bei höheren Strömen liefern auch etwas höher. Wenn auch nicht so viel höher wie man im ersten Moment vielleicht denken mag:

0,4 Wh sind es bei 20A. Das sind zwar nur 3% und klingt nach recht wenig, macht aber bei der Temperatur einen sehr großen Unterschied. Während die 40P bei 20A auf maximal 64°C (Oberflächentemperatur bei 22°C Raumtemperatur) kommen, bleiben die 40PL mit maximal 54°C deutlich kühler. Wärme ist eine Form von Energie. Durch den Innenwiderstand der Zelle wird ein Teil der gespeicherten Energie bei hohen Strömen direkt in Wärme umgewandelt. Diese Energie steht dadurch nicht mehr als elektrische Energie zur Verfügung, um einen Verbraucher zu betreiben. Das diese 0,4Wh bei 20A in Abwärme umgewandelt werden, lässt sich übrigens - ganz ohne nachzumessen - auch berechnen:
Die Formel die man dafür braucht heißt PVerlust = I² * Ri. I ist die Stromstärke, also 20A. Ri ist der Innenwiderstand, diesen habe ich mit 9,3 mΩ (40P) und 3,1 mΩ (40PL) gemessen. Damit ergibt sich 3,72W (40P) und 1,24 W (40PL). Die Differenz der Verlustleistung beträgt damit 2,48 W. Bei 20A läuft die Messung 0,19 Stunden (bei diesen Akkus), 2,48 W * 0,19h = 0,47 Wh.
Warum der berechnet Wert nicht exakt mit den Messwerten übereinstimmt: Erwärmen sich Akkus, sinkt ihr Innenwiderstand. Er verändert sich also während der Messung. Da ich den Innenwiderstand bei Raumtemperatur gemessen haben, ist der berechnete Wert nicht exakt. Aber er zeigt, ob die Messwerte realistisch sind, oder ob man grob falsch gemessen hat. Näherungsweise lässt sich mit dieser Formel die Verlustenergie bei einer bestimmten Stromstärke für jeden Akku berechnen, wenn man den Innenwiderstand kennt.
Abseits dieses kleinen Vergleichs, sind die 40PL natürlich eine sehr gute Weiterentwicklung der 40P. Die Vorteile die diese Akkus mitbringen, wird man aber im heimischen Haushalt kaum bemerken. Egal ob Taschenlampe oder E-Zigarette, beides wird wohl kaum 40A oder mehr an Dauerlast erzeugen können. Vielleicht noch im Bereich der Drohnen, aber da sind Rundzellen nicht sehr verbreitet, soweit ich weiß. Am ehesten wird man derart leistungsstarke Akku noch in der Garage finden, auch wenn man sie dort nicht sieht. Nein, ich meine nicht das Elektroauto. Ich meine die 12 oder 18V Akkusysteme der verschiedenen Hersteller. In diesen Akkus stecken High-Drain 18650er oder 21700er Zellen drin. Und so manches Werkzeug, was man damit betreiben kann, zieht problemlos 20A und mehr. Dauerhaft, wohlgemerkt. Ich denke für diesen Bereich sind Zellen wie die 40PL bestens geeignet und bieten auch spürbare Mehrleistung gegenüber früheren Akkus die noch nicht im Tabless Design gebaut wurden. In diesen Powertools-Akkus wird dann auch - notwendigerweise - die Temperatur überwacht. In meinem Test waren die Temperaturen zwar alle unbedenklich, aber ich habe auch nur bis 20A getestet. In einem offenen Messaufbau. Wenn sich 10 dieser Zellen eng aneinander kuscheln, in einem geschlossenen Gehäuse, liegen die Temperaturen ein gutes Stück höher. Aber auch bei dieser Eigenschaft sind die 40PL deutlich besser als die 40P, denn sie bleiben merklich kühler.
Der Vergleich zwischen 40P und 40PL von EVE zeigt was dank Tabless Design noch möglich ist. Die 40P waren und sind sehr gute Akkus. Die 40PL liefern bei hohen Strömen ein kleines bisschen mehr Energie, bleiben kühler und ihre Spannungslage ist noch einmal besser. So sind Ströme möglich, die dauerhaft aber vermutlich nur in Powertools eine Rolle spielen.
Das technisch aber noch ein bisschen mehr möglich ist, in einem 21700er mit 4000 mAh, zeigt der ebenfalls diesen Monat erschiene Test der Ampace INR21700-JP40.
Eine tabellarische Übersicht aller getesteten 3,6V Akkus findet ihr hier.
Hier kannst du diesen Akku kaufen:
Die letzten Tests im Bereich der 3,6V Akkus:
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