XTAR CLR 3300 mWh (2000 mAh) im Test

Februar 2026



Einleitung / Transparenzhinweis:

Als ich diese Akkus bei XTAR entdeckte dachte ich kurz, ein neues Topmodell? CLR 3300 (ohne Einheit) hätte auch ein CLR 3300 mAh Modell sein können. Aber soweit sind wir (noch) nicht. Die fehlende Einheit ist mWh, was dank der 2000 mAh auf der Rückseite dann auch klar wird. Ähnlich wie beim „LR“ Modell, bietet XTAR mit dem CLR 3300 mWh ein kleineres Modell zum CLR 4300 mWh (2700 mAh) an, zu einem vermutlich günstigeren Preis. Derzeit kann ich noch keine Listungen in Deutschland finden, daher lässt sich das Preis-Leistungsverhältnis nicht beurteilen. Aber welche Leistung dieses Modell erreicht, klärt dieser Test.

Die Akkus wurden mir von XTAR kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.



Messwerte:





AA Akku Rangliste



Temperaturen beim Laden:






Auswertung:

Maximal 1860 mAh bzw. 2732 mWh erreichen die Akkus im Durchschnitt. Mindestens 140 mAh (7%) weniger als XTAR nennt. Was im ersten Moment noch nach „im Rahmen der Fertigungstoleranz“ klingt, ist aber eigentlich viel mehr. Denn Kapazität (mAh) sagt bei 1,5V Akkus oft nicht wirklich etwas aus. Schaut man sich die Energiemenge an die maximal geliefert wird (2732 mWh) und vergleicht sie mit den aufgedruckten 3300 mWh, dann fehlen da über 17%. Das etwas fehlt ist normal, es sind die Wandlerverluste. Aber 17% ist ungewöhnlich hoch. Nicht nur für XTAR, sondern im Allgemeinen. Die letzten 5 getesteten Modelle von XTAR lagen bei 8-11%. Und diesmal 17%? Das ist zu hoch. Ich habe daher die (nutzbare) Kapazität der internen Zellen auch gemessen. Diese soll bei 920 mAh liegen. Meine vier Akkus kommen aber nur auf 837 mAh, was etwa 3000 mWh sind. Und rechnet man mit 3000 statt der aufgedruckten 3300 mWh, dann liegen die Verluste nur noch bei rund 9% und damit in einer zu erwartenden Größenordnung.

Wie immer in diesen Fällen, kann ich ohne die Akkus zu zerlegen nicht genauer sagen was die Ursache ist. Entweder sind zu kleine Zellen verbaut, oder ein Teil der Kapazität ist nicht nutzbar. Das wäre dann der Fall, wenn XTAR die Ladeschlussspannung niedriger als 4,2V gesetzt hätte und/oder die Entladeschlussspannung höher als 2,5V ist. Meine Erkenntnisse habe ich XTAR vor Veröffentlichung dieses Reviews bereits mitgeteilt, damit sie das intern weiter untersuchen können.

Das kleinere „LR“ Modell hatte, etwas unerwartet, keinen wirksamen Schutz mehr vor Tiefentladung. Beim kleinen „CLR“ Modell hat XTAR diesen Fehler nicht wieder gemacht, hier ist der wirksame Schutz vor Tiefentladung vorhanden. Eine vollständige Aufladung dauert etwa 2,1 Stunden.

Diejenigen die die verschiedenen Modelle von XTAR gut kennen, werden vielleicht schon bei Titel dieses Reviews kurz gestutzt haben. Denn einen „XTAR 3300 mWh (2000 mAh)“ gibt es bereits. Das ist dieser Akkus:


Bild des Akkus

Es war der erste 1,5V Akkus von XTAR, soweit ich weiß. Das Modell von damals hatte noch konstante 1,5V bis zum Schluss. Bei gleichgroßer interner Zelle (die sie laut XTAR haben sollten) und gleicher maximaler Effizienz (beide liegen bei maximal 91%), sollte das „XTAR CLR 3300 mWh (2000 mAh)“ aufgrund der Spannungsabsenkung eigentlich sogar etwas mehr mAh liefern als das ältere Modell.



Werbebild(er) vs. Realität:

XTAR bewirbt die CLR 3300 mWh mit einem sehr merkwürdigen Bild, dass aber nicht unbekannt ist:



Verwendung mit freundlicher Genehmigung von XTAR

Das Bild gehört (ohne die Anpassungen) zum CLR 4300 mWh Modell. Jemand muss wohl auf die schnelle daraus ein Bild für das CLR 3300 mWh Modell gemacht haben. Und dabei ist einiges schiefgelaufen:

  • Der XTAR 4150 mWh wurde stark degradiert, denn er hat jetzt nur noch rund 1900 mAh (eigentlich hat er 2500 mAh)
  • Derjenige wusste anscheinend, dass die Phase in der die Spannung gesenkt wird (bei geringen Strömen) sehr klein ist. Das erkennt man in der Grafik aber erst, wenn man sich die völlig verzerrte Skala auf der X-Achse genau anschaut
  • Die Spannungsreduzierung ist nicht linear, sondern exponentiell

Den letzten Punkt kann man, wenn man das Bild als symbolisches Bild betrachtet, noch durchgehen lassen. Denn der tatsächliche Spannungsabfall ist sehr steil. Was man, wäre die X-Achse nicht so verzerrt, auch erkennen würde.

Ich weiß nicht ob es Zufall ist, oder ob die Grafik des CLR 4300 mWh Akkus neuerdings für alle neuen Akkus herhalten muss, aber bei Akkuteile findet man dieses Bild, ebenfalls dieser Spannungsverlauf. In Kombination mit dem neuen XTAR 3960 mWh. Dieser Akku heißt nicht CLR und ist auch kein CLR Modell. Er hat eine 1,1V Phase. Das Bild zeigt einen Spannungsverlauf, der zu diesem Akku gar nicht passt. Vermutlich eine Verwechselung.

Ich habe sowohl XTAR als auch Akkuteile vor Veröffentlichung dieses Reviews darauf aufmerksam gemacht. Im Idealfall wurden beide Bilder mittlerweile korrigiert.



Ein CLR Modell das streng genommen, gar kein CLR Modell ist:

2025 hat XTAR als erster Hersteller überhaupt Kürzel in ihrem Modellbezeichnungen aufgenommen, die für den Kunden leicht verständlich sind und den Spannungsverlauf dieses Akkus beschreiben. Zugegeben, XTAR hat die Kürzel „LR“ und „CLR“ nicht sehr prominent erklärt, oder ich habe es übersehen. Das System dahinter finde ich dennoch genial.

Sowohl das erste LR als auch das erste CLR Modell hatte ich etwa gleichzeitig erhalten. Anhand des Spannungsverlaufs war für mich recht schnell klar, was diese Kürzel bedeuten. Das LR-Modell hat eine Linearly Reduced voltage und das CLR-Modell hat eine Constant voltage + Linearly Reduced voltage. Da XTAR die Kürzel aber nirgends erklärt, hatte ich vor ca. 6 Monaten zur Sicherheit bei XTAR nachgefragt, bevor ich irgendwelchen Blödsinn ins Netz schreibe. Und ja, XTAR bestätigte mir meine Vermutung. Genau das bedeuten die Kürzel.

Wenn CLR genau das bedeutet, dann ist dieser Akku eigentlich kein CLR Modell. Denn seine Spannungsreduzierung ist zumeist nicht linear. Sie ist exponentiell. Müsste das Modell dann nicht CER heißen? Natürlich kann XTAR ihre Modellbezeichnung frei wählen und nennen wie sie es möchten. In einer Zeit in der 1,5V Akkus (von allen Herstellern) aber fast immer mit konstanten 1,5V beworben werden, auch wenn die Akkus das oft gar nicht mehr bieten, finde ich die Idee von XTAR sehr gut, mit eindeutigen Kürzeln den tatsächlichen Spannungsverlauf zu beschreiben. Denn je nach Anwendungsfall, lässt sich die gespeicherte Energie fast vollständig nutzen, wenn man einen Akku mit dem passenden Spannungsverlauf wählt. Dafür bräuchte es aber eine Übersicht, welcher Akku hat welchen Spannungsverlauf (denn auf Werbebilder kann man sich meistens nicht verlassen). Und man könnte diesen Spannungsverläufen - der Idee von XTAR folgend - ähnliche Namen geben die leicht zu merken sind. Ich habe da mal etwas vorbereitet, dass eigentlich erst in ein paar Wochen online gehen sollte. Aber da sich die Gelegenheit gerade ergibt:


-
Typ CV
(Constant Voltage)
CSR
(Constant v. --> Stepwise Reduced v.)
CER
(Constant v. --> Exponentially Reduced v.)
CLR
(Constant v. --> Linearly Reduced v.)
LR
(Linearly Reduced v.)
Vorteile: 100% Leistung bis zum Schluss Die 1,1V Phase soll es ermöglichen vorhandene Akkuwarnsysteme (die auf Alkaline oder NiMH Akkus ausgelegt sind) wieder nutzbar zu machen. Spannung sinkt nicht abrupt sondern stetig. Erst langsam, dann immer schneller. Bei geringen Strömen oft sehr schneller Spannungsabfall, bei hohen Strömen ist der Verlauf ähnlich wie bei CLR Modellen. Funktioniert in Geräten die mindestens ca. 1,3V benötigen am besten Wie CER, aber mit mehr Energie unterhalb von 1,2V. Dadurch ist die Zeit zwischen "bitte jetzt Akku wechseln" und "Verbraucher schaltet ab" deutlich länger Bieten über die gesamte Laufzeit eine höhere Spannung als NiMH Akkus (je nach Modell ca. 100mV bei kleinen Strömen und ca. 200mV mehr bei hohen Strömen)
Nachteile: Wenn leer, dann abrupt aus Bei 1,1V dürften Verbraucher die 1,5V benötigen um reibungslos zu funktionieren, nicht mehr funktionieren oder sehr viel Leistung verlieren (z.B. Motoren, LEDs) oder gar nicht mehr funktionieren (Wildtierkamera) Der Bereich unterhalb von 1,2V, also der Bereich in denen typischerweise Akkuwarnsystem überhaupt erst auslösen, ist sehr klein (besonders bei kleinen Strömen) Für einige Geräte (z.B. Wildtierkameras), die unterhalb von 1,4V eh nicht mehr funktionieren, ist hier ein Teil der Energie gar nicht mehr nutzbar. Bieten keine konstanten 1,5V mehr, die je nach Verbraucher aber zwingend benötigt werden.

CLR und CER kann man zwar in einen Topf werfen, ich sehe hier aber genügend Unterschiede, sie nicht zusammenzufassen. Beispiel: Akkuwarnsystem die auf NiMH Akkus oder Alkaline Batterien ausgelegt sind, werden meist erst unterhalb von 1,2V aktiviert (nicht selten sogar erst bei 1,1V). Der hier getestete XTAR CLR 3300 mWh hat unterhalb von 1,2V, bei sehr geringer Belastung, nur 0,6% seiner gesamten Energie gespeichert. Bedeutet, kaum signalisiert eine kleine rote LED, dass die Akkus leer sind, hat der Akku auch schon abgeschaltet.

Zum Vergleich der XTAR CLR 4300 mWh liefert unterhalb von 1,2V bei geringer Last etwa 7% seiner gesamten Energie. Zwar heißen beide Modelle „CLR“, sie sind aufgrund des unterschiedlichen Spannungsverlaufs aber für sehr unterschiedliche Anwendungsfälle geeignet. Beispielsweise funktioniert meine Wildtierkamera unterhalb von 1,42V gar nicht mehr. Hier ist ein „CER“ Akku wesentlich besser geeignet als ein „CLR“ Akku.



Preis/Leistungsverhältnis:






Fazit:

Den Spannungsverlauf den man bei einem „CLR“ Modell erwarten würde, haben diese Akkus nicht. Dennoch ist der tatsächliche Spannungsverlauf für manche Geräte sogar besser geeignet als ein CLR Akku. Die interne Zelle ist 9% zu klein. Oder liefert nur zu wenig Energie, weshalb die Leistung ein gutes Stück hinter den Erwartungen bleibt. Am wirksamen Schutz vor Tiefentladung wurde nicht gespart. Den haben die Akkus.

Das Preis-Leistungsverhältnis ist auf dem Niveau des großen CLR Modells und damit ist der Akku (derzeit) zu teuer. Eine RTX 5090 und eine RTX 5060 sind ja auch nicht auf einem Preis-Leistungsniveau. Eine "Mittelklassemodell" muss immer ein deutlich besseres Verhältnis haben. Anderfalls greifen Kunden gleich zum Topmodell. Was ich in diesem Fall auch empfehlen würde. Aber selbst wenn man den CLR 4300 mWh aus eigenem Haus nicht als Maßstab nimmt, gibt es da starke Konkurrenz. Keeppower’s P1450i bietet einen ähnlichen Spannungsverlauf mit ca. 20% mehr Energie und der liefert auch sehr hohe Ströme. Und er hat ein besseres Preis-Leistungsverhältnis.

Der XTAR CLR 4300 mWh (2700 mAh) ist für mich, neben den beiden vergleichbaren Modellen von Keeppower, aktuell der beste 1,5V Akkus. Der CLR Spannungsverlauf dürfte für die meisten Anwendungsfälle gut funktionieren, ebenso die Akkuwarnung (falls im Gerät vorhanden). Für diejenigen die ein kleines CLR Modell suchen, weil ihnen die Topmodelle etwas zu teuer sind, denen empfehle ich mal einen Blick auf die Powxs 3500 mWh zu werfen. Die haben den CLR Spannungsverlauf, einen wirksamen Schutz vor Tiefentladung und bieten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Die XTAR CLR 3300 mWh eignen sich aufgrund ihres Spannungsverlaufs eher für spezielle Geräte, die 1,5V zwingend benötigen und deren Akkuwarnung bereits bei 1,35 bis 1,45V auslöst.



Weiterführende Links:

Eine tabellarische Übersicht aller getesteten 1,5V Akkus findet ihr hier.

XTAR CLR 3300 mWh bei Akkuteile
XTAR CLR 4300 mWh (4x) bei Amazon*
XTAR CLR 4300 mWh (8x) bei Amazon*
Powxs 3500 mWh bei Amazon*
XTAR 3300 mWh (2000 mAh) bei Amazon*

Die letzten Tests im Bereich der 1,5V Akkus:

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